Hundehilfe Eifel

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Scottie´s Tagebuch

5. Lebensmonat

Seit Wochen wälze ich mich durch´s Internet auf der Suche nach einem kompetenten Anbieter für die Ausbildung von Scottie (und mir) für den "Besuchshundedienst" - die niederschwelligste Möglichkeit für den Einstieg zum späteren Therapiehund. Gar nicht so einfach, wie ich zunächst dachte und ich suche immer noch... denn leider ist auch diese  Dienstleistung (ähnlich dem "Beruf" des Hundetrainers, Verhaltensberaters usw.) kein geschützter Begriff und somit sind die Ausbildungswege bzw. -philosophien sehr unterschiedlich.

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In der Zwischenzeit geht das tägliche Training mit Scottie weiter. Er kennt nun den Gang durch die Innenstadt, den Besuch im Restaurant und der Eisdiele sowie diverser Einkaufszentren. Begegnungen mit fremden Hunden findet er unvermindert aufregend und hierbei stellt er gerne seine Ohren auf "Durchzug"....

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Das (innerartliche) Zusammenleben mit meinen Hunden ist eingespielt: Im Haus, wo Eddy besonders auf der Einhaltung einer angemessenen Individualdistanz besteht, ist Scottie aufmerksam und reagiert sofort auf etwaige, bereits im Ansatz angedeutete Drohmimiken von Eddie. Manchmal ist Scottie aber von anderen Dingen so abgelenkt, dass er schlichtweg vergisst darauf zu achten, wo bzw. auf wen er tritt...  und fängt sich in solchen Fällen eine mehr als deutliche (verbale) Zurechtweisung von Eddie ein. Der Alte ist schon recht souverän geworden... in früheren Zeiten hätte ein derartiger faux pas mindestens einen Satz Ohren gekostet!

Die kleine Gini ist froh, dass sie sich ungestört bewegen kann, ohne gehütet zu werden. Kommt Scottie ihrem Schlafplatz oder ihrem Kauknochen zu nahe, reicht ein kurzes, leises Brummen und Scottie schlägt den Rückwärtsgang ein.

Die Beziehung zu Shira wächst und gedeiht..., manchmal, wenn Scottie zu sehr "aufdreht", gibt es ein Abbruchsignal von mir (obwohl Shira noch immer geduldig "ausharrt"). Die Sozialspiele nehmen seitens Scottie immer öfter den Charakter eines "Austestens" an. Völlig normal..., aber unerwünscht, falls es NUR noch in diese Richtung geht. Aber auch hier zeigt sich das leichtführige Colliewesen von seiner besten Seite: eine einmalige deutliche Unterbrechung meinerseits reicht aus und Scottie kommt sofort zur Ruhe und freut sich über das anschließende Lob.

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Anfang des 5. Monats zeigte Scottie erstmals vereinzelt  Überreaktionen in Bezug auf Umweltreize; Reize, die er zuvor völlig unbefangen wahrgenommen und als "normal & ungefährlich" abgeharkt hat. Oftmals beginnt in diesem Alter die ganz bewusste Wahrnehmung von Reizen und diese gezielte Auseinandersetzung mit ihnen kann zu Anzeichen der Unsicherheit führen. Hier benötigt ein junger Hund Sicherheit und Rückhalt beim Hundehalter, um auch diese sensible Entwicklungsphase unbeschadet zu meistern. Scottie benötigt meistens nur eine kurze, nonverbale Bestätigung (z.B. ein kurzes Klopfen auf die Schulter) und schon steht der zuvor "gefährliche" Reizauslöser wieder im Mittelpunkt seiner Neugierde.

Stand bisher für mich eine gute, vielfältige und positive Sozialisierung auf Menschen und Umweltreize im Vordergrund, folgen nunmehr im Verlauf des 5. Monats neben der "allgemeinen" Erziehung auch bereits erste Übungen in Bezug auf den Breitensport. So lernt Scottie seit einigen Tagen die ersten Schritte zur korrekten Fußarbeit, die Platzablage mit (kurzer) Entfernung und Blickkontakt zum Hund sowie die Impulskontrolle angesichts von beweglichen Gegenständen (Werfen von Apportel, Bällen, Spielzeug etc.). Hinsichtlich "Bewegung" gilt es, seinen Hütetrieb zu lenken (hier: zu mindern), aber in Bezug auf seinen Beutetrieb selbst (packen, festhalten), der SEHR moderat ist, bedarf es ein wenig der Förderung, um später - neben der Futterbestätigung - auch alternativ ein anderes Belohnungssystem zur Verfügung zu haben.

Und zwischen den Übungseinheiten bleibt immer mal wieder Zeit für  ausgelassene Sozialspiele mit entsprechenden Pausen:

Nachdem Scottie, dank der vielen nunmehr "exklusiven" Einzelspaziergänge, ganz wunderbar auf das 1. Wort oder Pfiff hört, nehme ich nun vermehrt auch wieder einen 2. Hund (meistens Eddie) mit auf die Spaziergänge. Da Eddie nicht dafür bekannt ist, ein "Kumpel" zu sein (er ist es nicht, war es nie und wird es nie sein...), gibt es keinerlei Interaktion zwischen diesen beiden Hunden. Beide frönen gelegentlich ihren Schnüffeleien, sind aber jederzeit aufmerksam und achten darauf, nicht den Anschluss zu verlieren.

Der "Welpenlaufstall" wurde mittlerweile verlegt und vergrößert. Scottie findet diesen Bereich unverändert "prima", gibt es hier doch die täglichen Hauptmahlzeiten. Seine Nutzung ist nun begrenzt auf jene Tage, an denen hier im Haus Seminare oder Verhaltensberatungen mit Hund & Halter stattfinden - einige 4-beinige Kunden haben ihre Artgenossen oftmals "zum Fressen" gerne... Sicherheit geht vor.

Oder als Nachtquartier für Eddie, damit er nicht durch einen schlafwandelnden Scottie in seiner Ruhe gestört wird. Gott bewahre, Scottie würde des Nachts über Eddie stolpern... vorbei wäre es für uns alle mit der Nachtruhe!

Ich bin mehr und mehr völlig begeistert von dem "netten, pflegeleichten" Colliewesen; Scottie verhält sich in vielerlei Hinsicht wie ein ganz normaler Hund in seinem Alter, testet gelegentlich an und aus, stellt seine Ohren auch schon mal auf Durchzug, aber er ist - im Vergleich zu all den anderen (Pflegehund)"Lütten", die hier ein- und wieder auszogen - unglaublich leicht- und weichführig. Und er besticht durch seinen "Witz" und den Schabernack, der ihm so oft im Nacken sitzt... manchmal ist es schon SEEEEHR schwer, konsequent zu bleiben *schmunzel*!

Und das Sonnenbad... DAS mag er immer noch, am liebsten gemeinsam mit Shira.

 

Fortsetzung...

 

 

Das neue Leben zu viert - es wird eingespielter, routinierter...