Hundehilfe
Eifel
So erreichen Sie uns:
Festnetz: 02151/96 60 66
Mobil: 0171/50 40 60 7
e-mail: admin@hundefreud-hundeleid.de
HP: www.hundefreud-hundeleid.de
Wer kennt sie
nicht, diese Feststellung aus den einschlägigen Foren, einem
Telefonat oder einer e-mail? Das, was dieser Aussage vorausgeht, hat
fast immer den gleichen Anlass: ein Tierschutzverein, eine private
Tierschutzinitiative wie auch tierschützerische Einzelkämpfer bitten
um Hilfe. Wenn dieser Notruf ertönt, ist eins sicher: ein Hund
befindet sich in höchster Not, benötigt dringend eine Pflegestelle
oder eine Notunterkunft, weil die (Noch)-Besitzer mit Einschläferung
oder Aussetzen drohen…. oder weil aus den Telefonaten mit ihnen
ersichtlich ist, dass der Hund nicht artgerecht gehalten und
versorgt wird oder, bestenfalls, die Besitzer völlig mit dem Hund
überfordert sind und sich keinen anderen Rat mehr wissen, als ihn
abzugeben… ihn aber nicht in ein Tierheim geben wollen.
Und so sieht ein solcher Notruf – exemplarisch für viele, viele
andere – z.B. aus:
DRINGEND! 8-jährige, kleine Mischlingshündin CORA, in einem sehr
schlechten Allgemeinzustand sucht dringend eine Pflegestelle, gerne
auch nur kurzfristig, bis wir eine Langzeitpflegestelle oder
Endplatz für sie gefunden haben. Die Hündin ist total
vernachlässigt, lebt an der kurzen Kette und hat noch nicht einmal
ein Dach über dem Kopf. Der Besitzer möchte nun wieder einen jungen
Hund und will Cora morgen einschläfern lassen. DRINGEND – wer kann
helfen??? Bitte meldet Euch, die Zeit rennt uns davon! Anfragen
bitte schnellstmöglichst an Tierschutz XY….
Notrufe dieser Art, keine Ausnahme… schon fast die tägliche Regel.
Es werden alle Möglichkeiten genutzt, auf diese Notfälle aufmerksam
zu machen, sowohl in den Tierschutzkreisen, aber auch vermehrt in
den „privaten“ Kreisen, wie z.B. in diversen Foren. Und was liest
man dort? Ein kleiner Einblick in die oftmals seitenfüllenden
Kommentare der Forumsteilnehmer…
Beginnen wir nochmals mit besagtem Notruf:
DRINGEND!
8-jährige, kleine Mischlingshündin CORA, in einem sehr schlechten
Allgemeinzustand sucht dringend eine Pflegestelle, gerne auch
nur kurzfristig, bis wir eine Langzeitpflegestelle oder Endplatz für
sie gefunden haben. Die Hündin ist total vernachlässigt, lebt
an der kurzen Kette und hat noch nicht einmal ein Dach
über dem Kopf. Der Besitzer möchte nun wieder einen jungen Hund
und will Cora morgen einschläfern lassen. DRINGEND –
wer kann helfen??? Bitte meldet Euch, die Zeit rennt uns davon!
Anfragen bitte schnellstmöglichst an Tierschutz XY….
Antwort 1: OHHHHH, wie furchtbar, nein wie grausam sind doch
die Menschen?? Unfassbar!!
Anwort 2: Das finde ich auch, da sollte man doch was tun….
was nur? Wie bekommt man denn den Hund da raus?? Soll man die Leute
anzeigen?
Antwort 3: So eine Schweinerei… wir hatten auch mal Nachbarn,
die hatten ihren Hund ähnlich schlecht gehalten!!! Darüber habe ich
mich auch sehr geärgert!
Antwort 4: Ohhh, mein Herz blutet… ich würde ja so gerne
helfen, aber meine Wohnung ist nicht groß genug, um einen Hund
aufzunehmen! Ich heule schon seit einer ½ Stunde…
Antwort 5: Ich würde ja auch sofort helfen, aber meine Hündin
mag keine anderen Hündinnen… schade.
Antwort 6: Wenn mein Mann einverstanden wäre, dann würde ich
sofort losfahren, und den Hund holen, aber so….
Antwort 7: Vielleicht kann man mit den Besitzern doch noch
einmal reden? Vielleicht hilft es ja…?
Die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, ist sicherlich eine von vielen
Voraussetzungen, um einen Zugang zur Tierschutzarbeit zu finden.
Allerdings… Mitleid alleine führt zu keiner Veränderung und
Verbesserung; es reicht nicht aus, um gezielt und wirksam einem Tier
in Not zu helfen, denn HILFE ist Tatkraft und Worte sind… eben nur
Worte!
Keine Frage, es kann nicht jeder in der benötigten Form Hilfe
anbieten und in der Tat gibt es sicherlich Gründe, warum nicht jeder
„mal eben“ einen Hund kurzfristig aufnehmen und versorgen kann.
ABER… ob das individuelle „Mitleids-Getöse“ den Hund in Not rettet??
Unwahrscheinlich… es wird viel geschrieben, viel „gerechtfertigt“
und gehört zusammenfassend thematisch in die Rubrik „Warum ich nicht
helfen kann – meine Gründe 1 - 10“. Und an diesem Punkt taucht dann
unweigerlich wieder die Frage in meinem Kopf auf: WIE lautete
doch gleich der Notruf? Bitte melden und viiiel schreiben, wenn es
gute Gründe gibt, warum man nicht helfen kann????
Wenn Sie helfen können, erweisen Sie den
Tierschutzorganisationen einen großen Gefallen und lesen Sie
zunächst den Text des Notrufes ganz genau durch! Dort steht in aller
Regel sehr genau, welche Art der Hilfe benötigt wird – sei es nun in
Form einer Pflegestelle wie in unserem Beispiel, oder der
Organisation einer Fahrtkette, um einen Notfallhund von A nach B zu
bringen, Sach- oder Geldspenden. Wenn Sie tatsächlich helfen können
und dann Ihre Hilfe auch zugesagt haben, sind Sie bitte auch so
weitsichtig und fair und bleiben bei Ihrer Zusage – es gibt (fast)
nichts Schlimmeres für einen Tierschutzverein, als ihm den rettenden
Strohhalm im letzten Augenblick wieder zu entziehen getreu dem
Motto: „Natürlich nehme ich den armen kleinen Hund auf, bevor er
eingeschläfert wird. Aber es ist doch klar, dass Sie mir auch
garantieren, dass er sich mit meiner Hündin verträgt, den Katzen,
den Wellensittichen und natürlich Kinder über alles liebt, sonst...“
Gerade Notfälle aus Privatabgaben haben oftmals das Manko, dass die
Angaben der Vorbesitzer nicht stimmen oder unvollständig sind. Sie
werden der Beurteilung des „corpus delicti“ und seinem Verhalten
deshalb in aller Regel nicht gerecht, weil es an Hundesachverstand
fehlt und zur eigenen Ehrenrettung schließlich der Hund schuld sein
muss – man selbst hat schließlich alles richtig gemacht. Oder es
werden wichtige Vorfälle, in der Regel „unerfreuliche“, einfach
verschwiegen oder aus dem Kontext gerissen, um die Abgabe an den
Verein XY nicht zu gefährden. Genauso gut kann aber auch der
„schwierige“ Hund einfach nur ein unkompliziertes Schätzchen sein…
verändertes Umfeld – veränderter Hund!
Mit dem Angebot eines Pflegeplatzes für private Abgabetiere ist
somit auch immer ein gewisses „Risiko“ verbunden – bitte überlegen
Sie vorher sehr genau, was für Sie ein absolutes „K.O.-Kriterium“
wäre, das der Aufnahme eines Pflegehundes entgegen stünde: ein zu
euphorisches „das klappt schon…“ ist genauso unangebracht wie
Weltuntergangsstimmung. Bitte bedenken Sie, dass ein Pflegehund kein
Wanderpokal ist, den man nach Belieben von einem Pflegeplatz auf den
nächsten umsetzt, weil es nicht gleich am Anfang problemlos klappt
mit dem temporären Zuwachs auf 4 Pfoten… in einem neuen Umfeld, mit
neuen Menschen und neuen Eindrücken.
Wenn es aber nichts gibt, was SIE aus der eigenen Sicht der Dinge
mit gutem Gewissen, nach reiflicher Überlegung und vernünftiger
Abwägung IM SINNE des Notrufes tun können, warum dann nicht einfach
schweigen? Das ist kein Verbrechen!Niemand muss sich rechtfertigen,
warum er/sie etwas nicht tun kann, aber BITTE, ersparen Sie den
Tierschutzverantwortlichen, sich durch Seiten von wohlgemeinten,
aber absolut zeitraubenden und alles andere als zielführenden (im
Sinne des Notrufes) Kommentaren zu lesen! Denn es geht hier um einen
Hund in Not… und nicht um SIE!
Und bitte bedenken Sie ebenfalls, dass Tierschützer viele solcher
Notfälle betreuen… zeitgleich! Da zählt jeder Tag, manchmal sogar
jede Stunde, die darüber entscheidet, ob ein Notruf erfolgreich ist
oder nicht…. ob der Nothund diese Nacht bereits im Warmen und
Trockenen verbringen kann oder noch immer an der Kette mit
eingewachsenem Halsband halbverhungert und verdurstet darauf wartet,
dass ihm geholfen wird.
Das Letzte, was diesem Hund hilft, sind Ihre Gründe, warum Sie ihm
nicht helfen können…