Hundehilfe Eifel

Beratung - Vermittlung - Pflegestellen

Privater Tierschutz & Hundeschule

So erreichen Sie uns:

 Festnetz: 02151/96 60 66

Mobil: 0171/50 40 60 7

e-mail: admin@hundefreud-hundeleid.de

HP: www.hundefreud-hundeleid.de

 

 

 

Wenn der Hund nicht "rudelfähig" sein will -

Auswirkungen des innerartlichen Gruppenzwangs…
 

Hunde und Menschen – sie leben in der selben und doch so unterschiedlichen Welt! Wir homo sapiens  haben bereits große Schwierigkeiten, unseresgleichen aus unterschiedlichen Ländern  bzw. Kulturkreisen „richtig“ zu verstehen und bei Hunden tut sich so mancher ähnlich schwer…

Bei der Hunderziehung ist es ähnlich wie beim Autofahren: Sie gehen nicht zum Händler und sagen: „Ich suche ein Auto, aber das muss immer an der richtigen Stelle abbiegen und darf nicht gegen einen Baum fahren.“ Ohne einen Autofahrer mit dem richtigen „Know-How“ bleibt das Auto nicht auf der Straße und wenn es von 3 unterschiedlichen „Haltern“ gefahren wird, wird es ggf. 3 x unterschiedlich auf nassen Straßen und bei schlechter Sicht reagieren:

1. der Situation angemessen, weil Geschwindigkeit und Fahrstil den Witterungsverhältnissen angepasst wurde (Fahrer A),

2. ein wenig zu schnell und deshalb schlindernd, aber mit viel Glück ohne Blech- und Personenschaden (Fahrer B) und…

3. schrottreif sowie einem Fahrer C mit Schnittwunden, verursacht durch den Aufprall am nächsten Baum.

Liegt dies am Auto? Wirklich??

Hundegesuche, die folglich beginnen mit „… und soll sich mit der vorhandenen Katze und dem vorhandenen Rüden vertragen…“  fallen somit in die gleiche Kategorie! Der Hund  ist nichts von alleine – weder im positiven, noch im negativen Sinne; wir als Halter fördern – bewusst oder unbewusst – erwünschte wie unerwünschte Verhaltensweisen. Viele Hunde haben zudem bereits eine Vorgeschichte, einen oder mehrere Halter und die bereits ge- und erlernten Verhaltensweisen prägen den Hund ebenfalls…


Der rudelunfähige Hund!

So gelesen in verschiedenen Tiermarktanzeigen:

„Leider müssen wir unsere P… in gute Hände weitergeben. Wir haben sie seit einem Monat vom Züchter und haben versucht sie an unsere anderen beiden Hunde (die schon lange ein eingespieltes Team sind) zu gewöhnen. Sie wird von den beiden aber nicht akzeptiert und ständig ausgegrenzt. Wir finden, obwohl wir ganz, ganz traurig sind, dass es für P… besser wäre, sie als Zweit- oder Einzelhund zu halten…“

„J…., unsere 3 1/2 jährige Hündin sucht dringend ein neues Zuhause. Sie ist ein ganz liebes, ruhiges Tier, sie geht ohne Leine spazieren und hört auch sehr gut. Sie ist nur wahnsinnig eifersüchtig. Sie muss in einen Haushalt, wo kein anderer Hund ist…“

„Ich muss leider mein Wessi-Mädchen abgeben, da meine anderen Hunde sie nicht akzeptieren. Sie ist 8 Wochen alt, geimpft, gechipt und dreifach entwurmt.“

„Mein 5-jähriger Hund akzeptiert den neuen Welpen nicht und beißt ihn immer, wenn der Welpe mit ihm spielen oder kuscheln will. Abgabe dringend gegen geringe Schutzgebühr.“

Wagen wir einmal - zur Verdeutlichung der Ursachen - den Versuch einer vergleichbaren „Mensch-Mensch-Situation“?

SIE sind Mitte 30, glücklicher Single, und Ihre Freundin überlässt Ihnen von heut auf morgen ihren 3-jährigen Sohn. Sie hat keine Zeit mehr für ihn und möchte Ihnen einen Gefallen tun… der Kleine ist noch völlig unerzogen und hyperagil. Er reißt als erstes Ihre Porzellanpüppchen vom Regal, wirft mit dem Ball, den er im Garten gefunden hat, Ihre Fensterscheibe ein und will immer auf Ihren Schoss, um Ihnen an den Haaren zu ziehen oder auf die Nase zu küssen. Sie müssen ihn auf Schritt und Tritt folgen, damit er nichts anstellt und eigentlich müssten Sie zu dieser Zeit schon längst arbeiten….

Nach ca. 4 Std. sind Sie völlig genervt, Sie hatten bis jetzt noch keine einzige ruhige Minute – entweder will der Kleine etwas von Ihnen oder Sie müssen ihn „bewachen“, damit er nichts anstellt oder sich Ihrer Sachen bedient. Alles Zureden hilft nichts und als Sie laut werden und ihn festhalten wollen, zwickt er Sie in den Finger, lacht Sie aus und macht munter weiter...

Als Sie sich abends bei Ihrer Mutter beschweren, dass Sie mit Ihrer neuen, von Ihnen ungewollten Situation, absolut nicht einverstanden sind, wundert sich diese; der Kleine ist doch soooo süß…. und sicherlich meinte Ihre Freundin es doch nur gut, Ihnen soziale Kontakte und die Möglichkeit der Kinderbetreuung zu verschaffen… SIND SIE GLÜCKLICH? Hat man IHNEN einen Gefallen getan? Wieso schätzen Sie nicht die zusätzliche Quelle an Sozialkontakten; Menschen benötigen doch schließlich eine Sozialgemeinschaft… und wieso reagieren Sie nicht positiv, freundlich und nachsichtig – schließlich wissen Sie doch um den Mythos, dass Sie ein biologisch verankertes „Babyschutz“- Gen in sich tragen, oder?

Spaß beiseite… denn es ist keiner! Nicht jeder Hund findet es wunderbar, wenn plötzlich „Familienzuwachs“ auf der Matte steht… sein Körbchen inspiziert, vielleicht sogar darin markiert, „seine“ Spielsachen benutzt und auch andere Ressourcen (Aufmerksamkeiten, Zuwendungen, Futter…) für sich beansprucht. Warum sollte er auch????  Natürlich gibt es Hunde, denen es sprichwörtlich „nichts ausmacht“, die in einem weiteren Hund keine Bedrohung ihres eigenen Status sehen, bereitwillig „teilen“ und die Spielaufforderungen des Neuzugangs angemessen quittieren. Pures Glück! Wenn SIE es Ihrem Hund überlassen und nichts dazu beitragen, wird es auch dabei bleiben – einer Glücksache: bestenfalls friedliche und harmonische Koexistenz - die Hunde mögen sich auf Anhieb und es gibt auch später keine Rangordnungsprobleme; und wenn das Glück Sie verlässt bzw. Ihnen von Anfang an nicht hold ist: einseitige oder beidseitige Ablehnung oder wilde Beissereien.

Haben Sie also einen Hund, der Ihren Neuzugang als Eindringling betrachtet (ein sehr natürliches Verhalten übrigens und alles andere als „unsozial“…), dann ist es an Ihnen, die Hausordnung herzustellen. Denn… grundsätzlich… wer entscheidet bei Ihnen, wer ins Haus darf und wer nicht??? Sie, Ihr Hund … oder vielleicht Ihr Kind? Würden Sie das gleichaltrige Kind Ihrer Nachbarin ebenfalls bitten, wieder zu gehen, falls Ihr eigener Sohn ihn beim Betreten Ihres Hauses vor das Schienbein tritt und ihn ins Gesicht spuckt… weil er ihn „nicht mag“…? Wohl kaum – wahrscheinlich wäre es Ihnen im Beisein Ihrer Nachbarin höchstpeinlich und Sie würden Ihren Sohn zurechtweisen, ihm unmissverständlich klar machen, dass Nachbar´s Sohn Gast in Ihrem Hause ist und es Ihnen obliegt, Gäste zu empfangen, egal, um wen es sich dabei handelt… nicht aber Ihrem Sohn! Aber genauso würden Sie dem Besuchskind klar machen, dass es Ihren Sohn nicht zu provozieren hat und sich ebenfalls seinem „Gaststatus“ angemessen verhält, Ihren Sohn nicht zur Seite schiebt oder rempelt und sich unaufgefordert an seinen Spielsachen bedient.

So weit – so schlecht! Falls also bei Ihnen zu Hause bereits der Hund das Zepter in der Pfote hält und darüber entscheidet, wer Zutritt hat… dann liegt viel Arbeit vor Ihnen! Dass Ihr Hund Besucher meldet (bellt, anschlägt), ist prima - das ist ja schließlich auch seine ureigenste Aufgabe…, aber was „danach“ in Ihrer Gegenwart passiert, sollte Ihre Entscheidung sein… und nur Ihre! Können Sie diese Situation nicht angemessen steuern, sollten Sie zunächst einmal die Rangordnungsmissverständnisse zwischen Ihnen und Ihrem Hund klären, bevor Nr. 2 adoptiert wird.

Was… Nr. 2 ist schon da, seit gestern? Hm… somit kämpfen Sie also gleichzeitig an 2 Fronten! Denn zunächst einmal muss Ihr 1. Hund lernen, dass Sie Entscheidungen treffen (und auch durchsetzen!) und nicht er UND der neue Hund muss dies auch lernen – auch „gleichzeitig“! Denn so wichtig es ist, dass Hund Nr. 1 sich an Ihre Regeln hält, so wichtig ist es ebenfalls, dass Hund Nr. 2 nicht aus der Reihe tanzt und gegen Ihren Willen z.B. Hund Nr. 1 provoziert (der unkontrollierte Gang durch´s neue Haus, Besetzen der strategisch interessanten und wichtigen Liegeplätze, Bestürmen und ggf. Aufreiten auf Hund Nr. 1…). Gelingt Ihnen dies nicht, passiert in der Regel das, was o.g. genervte Halter als Abgabegrund so trefflich beschreiben: entweder wird der Neuling gemobbt oder gar gebissen oder den bereits vorhandenen Hund ereilt dieses Schicksal.

So mancher wird nun einwenden, dass der Hund doch ein Rudeltier ist – er BRAUCHT doch soziale Kontakte und sie verstehen sich doch auch prima auf den Spaziergängen und spielen (dem „Spiel“-Verb werden wir einen separaten
Beitrag widmen!) so wunderbar!“. Haben Sie sich schon einmal überlegt, WO genau der Unterschied liegt zwischen dem gelegentlichen Treffen auf den Spaziergängen und dem Dauerwohnrecht in Ihrem Haus? Nein? Nun, zum einen gibt es „draußen“ viele Möglichkeiten, ungewollten Sozialkontakten aus dem Weg zu gehen, sowohl als Halter, als auch als Hund – man biegt in die nächste Straßenecke ein, falls der wilde, ungestüme, rauflustige Rambo mit seinem Frauchen Susi Sorglos wieder unterwegs ist; manche freilaufende Hunde machen von sich aus schon einen großen Bogen um Artgenossen als Zeichen dafür, dass sie keinen Wert (aus welchen Gründen auch immer) auf einen Direktkontakt legen. Im Haus wird dies problematisch – denn irgendwo gibt es immer eine Wand, eine Tür, die ein Ausweichen bzw. einen Rückzug unmöglich macht. Eine Konfrontation wird somit erzwungen – wie der einzelne Hund darauf reagiert, ist sehr unterschiedlich… aber eben nicht immer „harmonisch“! Harmonie, gegenseitiges „Mögen“ kann man nicht erzwingen, wohl aber gegenseitige Akzeptanz als menschlicher „Rudelführer“ von seinen Hunden "einfordern" – wenn man diese Position in den Augen seiner Hunde auch inne hat; dafür muss man etwas tun – es wird einem nicht (Ausnahmen bestätigen die Regel…) geschenkt!

SIE alleine sind dafür verantwortlich, dass die minimalistischste Umgangslösung zwischen Hund Alt und Hund Neu ein gegenseitiges Akzeptieren ist bzw. wird - nur Sie können diesen Status herstellen; Ihren Hunden "den Rücken frei halten" von etwaigen Entscheidungen im (noch konfliktreichen) Umgang untereinander, die sie zweifelsohne überfordern werden...  

Kehren wir zurück in die „Menschenwelt“ – Sie erinnern sich noch? Ihre Freundin, die Ihnen ihr Kleinkind „geschenkt“ hat? Wären Sie nicht dankbar in dieser Situation, wenn Ihre Mutter dazu käme, sich um den Kleinen kümmern und ihn „artgerecht“ beschäftigen, ihn versorgt und somit Ihnen den Rücken freihält? Solange, bis Sie Zeit und Muße haben, einen Teil der Verantwortung zu übernehmen… solange, bis der Kleine die wichtigsten „Mutter + Kind“- Umgangsregeln erlernen durfte und „angemessen“ reagiert? Würde man Sie und das Kleinkind einfach „zusammenpacken“ und sich gegenseitig ausliefern getreu dem Motto „… die machen das schon unter sich aus!“ - tja, kein wirklich guter Start ins „neue“ Leben, oder?

Beim Hund scheint es aber soviel einfacher zu sein: anschaffen, ausprobieren, abgeben – wenn es nicht zur sofortigen Zufriedenheit klappt!  Weil der 1. Hund „unglücklich“ ist und der neue einfach „penetrant“. Hundehalter gehen oftmals in selbstverständlichster Weise davon aus, dass der bereits vorhandene Hund einen weiteren Artgenossen in seinem Territorium als Bereicherung erlebt, dass die „Chemie“ stimmen wird. Mögen WIR jeden Menschen? Kennen wir nicht auch jeder mindestens einen Mitmenschen, auf den wir toxisch reagieren? Stellen Sie sich einmal vor… genau DIESER Mensch zieht dann auch noch bei Ihnen ein und nimmt gleich Ihren Sessel in Beschlag, bedient sich unaufgefordert am Kühlschrank und zieht Ihren Pyjama an? Aber SIE bleiben dann bestimmt gesellschaftsfähig, oder????

zurück

 

Sozialgemeinschaften werden nicht immer freiwillig eingegangen... mit Konflikten ist somit immer zu rechnen. Wie sie verlaufen...? Alles ist möglich!