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Die Sache mit der Rasse...

… oder gegen Liebe auf den ersten Blick hilft meist ein zweiter!

So gelesen im Internet:

Traum Border Collie Welpen Suchst Du einen Sportkameraden für dogdance, dogtricking oder Rettungshundsstaffel?

Jack Russel Rüde, vom Allerfeinsten, dreifarbig, reinr., o.P., kleiner Schlag, absolut knuffig, 3 Monate alt, ganz lieb, geimpft und entwurmt, verträgt sich gut mit anderen Hunden

Süsse Hovawart - Schmuse-Bärchen, suchen Lebensstellung in leitender Position als Familienmittelpunkt. Knuddeldiplom und Kuschelzertifikat vorhanden

Beim Lesen so mancher Verkaufsanzeige beschleicht mich immer öfter der Eindruck, dass Hunde in ihrer Handhabung ebenso pflegeleicht sind wie Teddybären: putzig, knuffig, lieb; ein verständnisvoller Kumpel, bei dem man sich ausweinen kann in schlechten Tagen und ein treuer Spielkamerad in besseren. Wenn Verkaufsanzeigen nur die rosa-roten Seiten aufzeigen, den Verhaltens-„Output“ jedoch nicht ins Verhältnis zum Erziehungs-„Input“ setzen, und vor allen Dingen, auch die rassetypischen Eigenschaften ins aufklärende Abseits drängen, was bedeutet dies für den Hundehalter in spe…?

Viel Frust, Nerven und nicht zuletzt Geld für Hundeschulen, Hundetrainer und –therapeuten könnten im Vorfeld überflüssig werden, wären Hundehalter bereit, sich VOR der Anschaffung einmal genau das Objekt ihrer Begierde anzuschauen bzw. „hinein“-zuschauen. Gerade beim Kauf eines Rassehundes hat man schließlich alle Möglichkeiten, sich detailliert und mittels unterschiedlicher und unabhängig-objektiver Quellen über das zu informieren, was die Rasse XY auszeichnet und – hoffentlich ebenso objektiv -  darüber zu befinden, ob diese Rasse mit all ihren Wesensmerkmalen auch wirklich in das ausgewählte Lebensumfeld passt und den eigenen Erfahrungen und Erwartungen entspricht.

Bei der Auswahl eines Hundes stehen leider oftmals zwei Aspekte im krassen Widerspruch zueinander: Optik und Wesen! Es verhält sich hierbei wie beim Essen: das Auge „isst“ mit…! Erst schaut man nach dem Äußeren, definiert die Ansprüche an das Fell (lieber Kurz- oder doch Langhaar; plüschig-pelzig oder lieber seidenglatt…), die Farbe und die Größe des Vierbeiners. Eher beiläufig folgt der Blick in das Geschriebene, den "Inhalt" dieser Verpackung, die so gut gefällt; ein Blick, der manchmal nur einem Alibi gleich kommt - die objektiven Rassebeschreibungen in Hinblick auf genetisches wie auch züchterisch beeinflusstes Triebverhalten werden flugs relativiert, damit die Verpackung gewinnt… alles andere wird sich finden, irgendwie, irgendwann… davon sind viele Käufer felsenfest überzeugt. Ein erstauntes Erwachen nach ein paar Wochen oder Monaten spottet jeder Möglichkeit, sich gerade bei Rassehunden GENAU zu informieren, was man sich ins Haus geholt hat und anstatt miteinander das Zusammenleben positiv zu gestalten, beginnt bereits frühzeitig die 1. Etappe des späteren Gegeneinanders von Hund und Herr im Kampf gegen das unerwünschte Triebverhalten.

Es gibt sicherlich eine Reihe von Aspekten, die verantwortlich dafür sind, WIE sich das Zusammenleben von Mensch & Hund entwickelt… ganz am Anfang und zumeist völlig unterschätzt oder ignoriert steht die genetische Prädisposition eines Hundes. Die Fachwelt meint damit das auf unterschiedliche Determinanten zurückzuführende „Vorgeprägtsein“, das eine wesentliche Einflussgröße für spätere Verhaltensweisen darstellt. Einfach ausgedrückt: die rassetypischen, genetisch fixierten Eigenschaften bzw. Triebveranlagungen jenseits der späteren (post-natalen) Prägung, Erziehung und Erfahrungen des Hundes.

Das genetisch-fixierte Verhaltensfundament eines Hundes bezieht sich zunächst auf generelle Aussagen bezüglich seines z.B. Jagdverhaltens, Impulsivität bzw. Erregbarkeit, Aktivitätslevel im allgemeinen, wie auch innerartlicher Aggressionen oder Territorialverhalten. So zeichnen sich z.B. nordische Hunderassen durch eine wesentliche höhere Aktivität und Lauffreudigkeit aus als z.B. der Mops; verfügen Border Collies über eine niedrigere Reizschwelle im Hinblick auf Bewegungsreize als Neufundländer und gelten Herdenschutzhunde im Gegensatz zu den meisten Jagdhundrassen als sehr territorial. Dies alles zunächst unabhängig von der späteren Prägung und Erziehung…

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen aber ebenfalls, dass die genetische Disposition allenfalls einen Normwert darstellt und demzufolge viel Spielraum für Ausschläge nach oben und unten erlaubt. Diese Varianzen werden später in ihrem Ausmaß durch die individuelle Prägung, Erziehung und Erfahrungen des Hundes festgelegt. Anders ausgedrückt: ein guter Braten macht dick… wie dick jedoch, hängt davon ab, wie er zubereitet wurde, welche Beilagen ihn zieren und damit die Kalorienzufuhr verstärken..., und welche sportlichen Betätigungen der Genussmensch vor und/oder nach dem Verzehr ausübt, um die Kalorien zu verbrennen. Erhöhung und Reduzierung der Zusatzkalorien = die entsprechenden Variablen auf dem "Bratenfundament". Sie ändern ursächlich aber zunächst nichts an der Ausgangssituation…, dass nämlich ein Braten „dick“ macht. Würde man stattdessen ein fettarmes Filetstückchen essen, müsste man sich weniger/keine Gedanken über die Beilagen oder die sportlichen Ambitionen machen…

So lässt sich auch der rote Faden der Wahl für oder gegen eine bestimmte Rasse verstehen. Manche rassetypischen Eigenschaften lassen sich fördern oder mildern, jedoch nicht abtrainieren oder „verbieten“. Jagdtrieb z.B. ist in jedem Hund vorhanden, bei manchen aber rassespezifisch so schwach ausgeprägt, dass man ihn erst durch gezielte Förderung wieder aufleben lassen müsste.

Die genetische Prädisposition ist letztendlich in einem bestimmten Umfang beeinflussbar – je stärker jedoch das genetisch fixierte Verhaltenserbe, desto größer der Anspruch an Zeit, Konsequenz, artgerechter Auslastung und Lenkung des Triebverhaltens. Nicht jeder Halter ist sich bewusst, wie viel Engagement ihm damit abverlangt wird, insbesondere dann, wenn die Natur des Hundes und das „Wesen“ des Halters eigentlich gar nicht so recht zu einander passen. Die viel beschäftigte Hausfrau und Mutter, die so gerne als Zeit "für sich" in Begleitung joggen gehen möchte, findet auf der Suche nach einem aktiven, sportlichen Hund nicht unbedingt ihr Glück in einem (hütetriebigen) Border Collie - die Grundeigenschaften und –ansprüche beider Spezies passen hier wohl nicht so recht zusammen. Anstatt sich die nächsten Jahre als Halter gegen seine Natur zu verbiegen, um dem Hund gerecht zu werden, wäre es sicherlich zweckmäßiger gewesen, einen anderen „Lebensabschnittspartner“ zu wählen…

Wie bereits zuvor erwähnt, sind aber auch spätere Erfahrungen im Leben des Hundes ursächlich für seine Verhaltensweisen. Insofern gibt es also nicht den „typischen“ Dobermann, Border Collie oder Schäferhund… jeder Hund ist ein Individuum und nicht kraft seiner Rassezugehörigkeit genormt.

Manche Halter bemühen sich um kontrollierte, alternative Beschäftigungsmöglichkeiten für ihren Hund in Form von körperlichen und geistigen Aufgaben – im Haus und auf den Spaziergängen-, um das jeweilige "unerwünschte" Triebverhalten (z.B. Jagdtrieb) in „gewünschte“ Bahnen zu lenken. Hut ab vor solchen Haltern, die ihre Zeit und Kreativität einsetzen, um ihrem Hund sinnvoll auszulasten – dies weniger während der Kurzaufenthalte auf dem Hundeplatz, sondern als selbstverständlichen Bestandteil des täglichen Spaziergangs. Leider noch immer die Ausnahme…

Da wird der Hütehund in Form eines Border Collies im Agility geführt, um seiner Intelligenz und Reaktionsschnelligkeit „gerecht“ zu werden. Seine Hüteambitionen allerdings, die er je nach Triebstärke und Erfahrungen auch gegenüber Autos, Joggern und spielenden Kindern zeigt, wird durch „klare Ansagen“ unterdrückt. Ein Border Collie? Ja, gerne… das, was ihn als solchen auszeichnet, wird in der Folge vom Halter mühsam unterdrückt, notfalls mit Gewalt! Wieso also dann überhaupt diese Rasse als "Familienmitglied" in Betracht ziehen??? Er wäre mit Sicherheit glücklicher, ausgeglichener und in seinem Element, könnte er das tun, wofür er einmal gezüchtet wurde: Vieh hüten! Und zwar nicht nur "hobbymäßig" einmal im Monat...

Der Herdenschutzhund soll tagsüber das Haus bewachen… Bellen ausdrücklich erwünscht, um Fremde am Betreten des Grundstücks zu hindern. Erfüllt er auch (gerade!) nachts diesen Job, zum Leidwesen der müden Nachbarn, die sich bereits mehrfach beschwert haben, wird er nun in den Keller gesperrt.

Der belgische Schäferhund aus der Leistungszucht bringt die erwünschten VPG-Ergebnisse auf dem Hundeplatz dank seiner Triebstärke; beim Gang durch die Stadt kann er nur noch mit Maulkorb geführt werden, da alle Bewegungsreize ihn „hochpushen“ und ein massives Kontrollverhalten auslösen.

Jack-Russel-Terrier führen die Beliebtheitsskala gerade von jungen Familien an… klein, praktisch, gut… scheint hier wie so oft der Kaufauslöser gewesen zu sein. Dass es sich bei dieser Rasse um sehr selbstbewusste, durchsetzungsstarke Solitärjäger handelt, hat man überlesen und wundert sich nun, warum der „Kleine“ so schnell von 0 auf 100 ist und alles in Grund und Boden jagt…

Nur einige Beispiele dafür, wie wichtig die richtige Auswahl bei der Anschaffung eines Hundes ist. Schließlich ist es nicht Ziel für die nächsten 12 – 15 Jahre, „gegen“ den Hund und seine Triebveranlagung zu arbeiten – ein Unterfangen, das nicht nur sehr unfair gegenüber dem Hund ist (ER kann schließlich nichts dafür, dass er ist, was er ist…), sondern insbesondere auch sehr anstrengend für den Halter. Lebenslang! Das Durchhaltevermögen so mancher Hundehalter hingegen ist von ausgesprochener Kurzlebigkeit geprägt...

Die Frage, die angesichts des Kauf eines Rassehundes bleibt, ist – für mich – nach wie vor allgegenwärtig in der Tierschutzarbeit und findet ihre Antwort in der Fülle der privaten Abgabe(rasse)hunde: WIESO entscheidet man sich (bewusst) für eine bestimmte Rasse, mit bestimmten genetisch vorgegebenen Triebveranlagungen, wenn man diese überhaupt nicht nutzen kann bzw. will und ab einem bestimmten Ausmaß dieser Triebe zwangsläufig völlig überfordert sein wird? Anders ausgedrückt:

„Rhabarberkompott schmeckt noch besser, wenn man statt Rhabarber Erdbeeren nimmt oder… warum für ausgeprägte Triebe ausdrücklich eine artgerechte Verwendung vorhanden sein sollte, anstatt sie billigend in Kauf zu nehmen und sich lebenslang das Gegenteil zu wünschen…

Die Pyramide der gedanklichen „Kaufanalyse“ ist doch – eigentlich - ganz einfach:

  • Die Antriebsfeder des Hundes, der Grund seines „Tuns“, ist definiert durch seine Triebe,  seine  damit einhergehende Handlungsbereitschaft.

  • Triebe können nicht „abtrainiert“, aber kontrolliert und umgelenkt werden. Entfällt die Kontrolle und das Angebot einer Alternative durch den Menschen, fällt der Hund über kurz oder lang wieder in sein ursprüngliches Triebverhalten zurück.

  • Je stärker die Triebveranlagung, desto höher der Anspruch an den Halter, sie entweder artgerecht/gemäß ihrem Ursprung zu nutzen oder anderenfalls dauerhaft in alternative, kontrollierte Bahnen zu lenken.

Warum sich also erst ein bestimmtes Triebverhalten  ins Haus/den Alltag holen, um es anschließend mangels Nutz- und Einsatzmöglichkeiten lebenslang zu lenken und zu kontrollieren, wenn die Alternative in Form eines weniger ausgeprägten Triebverhaltens so nahe liegt? Die Optik... sie sollte zweitrangig sein!

Die Existenz unzähliger rassespezifischer Tierschutzinitiativen deutet an, wie viele Hundehalter letztendlich mit den rassetypischen Eigenschaften ihres Hundes überfordert sind… und ihn abgeben. Trotz ALLER Möglichkeiten, sich vor dem Kauf genau zu informieren, was diese Rasse besonders auszeichnet: ein Paradoxum, denn Überraschungen über „dieses oder jenes“ Verhalten sollte es daher – eigentlich – kaum geben dürfen!

Bitte bedenken Sie, dass sich das Triebverhalten Ihres zukünftigen Familienmitgliedes nicht nach Ihren Wünschen oder Ihrer Tagesform richtet; es läßt sich nicht „mal eben“ ein- und ausschalten, ES SEI DENN, SIE steuern das entsprechende Triebpotenzial Ihres Hundes ganz bewusst, konsequent und ausnahmslos. Wenn Sie einen impulsstarken Hund für den Hundesport möchten, dann ist dieser Hund auch dann noch triebstark, wenn Sie den Hundeplatz wieder verlassen und durch die Stadt bummeln möchten oder Freunde und Bekannte nebst Kinder zum Besuch zu sich nach Hause einladen. Konsequente Erziehung, neben einer artgerechten Auslastung, ist auch hier - mal wieder - unerlässlich. Sie sind sich dessen bewusst, verfügen über die entsprechende Erfahrung und bringen die notwendige Zeit, Geduld und Engagement mit? Prima – dann spricht doch nichts gegen die Adoption einer „solchen“ Rasse. Anderenfalls…

Viele Anpreisungen und Lob-Hudeleien in Bezug auf den zum Verkauf angebotenen Hund sind bereits in ihrer Ausdrucksweise so paradox, dass ich mich als Leser regelmäßig für die Inserenten „fremd-schäme“: der junge Australian Cattle Dog, der jeden anspringt, umkreist und in die Fersen zwackt (es aber selbstverständlich nicht „so meint“…), weil er so freundlich und kinderlieb ist und nur deshalb ein neues Zuhause sucht, weil es an Zeit fehlt...; der 2. Hund, der wieder abgegeben wird, weil er es dem jagenden 1. Hund gleich tut, aber eigentlich doch ganz zuverlässig hört…; der juvenile Kangalrüde, der problemlos mit 2 weiteren Hunden zusammenlebt, aber als Einzelhund oder nur zu „kleineren“ Hunden vermittelt werden soll…

Hüten Sie sich vor Anzeigen, in denen mit „idealen Familienhunden“ geworben wird. Erstens, gibt es keine Rasse dieses Namens und das Wesen des Hundes hat sich zu keiner Zeit an unseren  "familiären" Wertvorstellungen orientiert und zweitens, ist "ideal" ein SEHR subjektiv geprägter Begriff! Wie z.B. die/der „ideale Ehemann oder –frau“... Was für Ihre Freundin der Traummann schlechthin ist, mag für Sie wie Pudding auf Eisbein sein. Was ideal ist, bemisst sich nicht an einer Person/einem Hund, sondern am Zusammenspiel zwischen zwei und/oder mehreren Lebewesen und den jeweils individuellen Ansprüchen. Die 4-fach-Mutti, die einen ausgeglichenen Begleithund ohne Leine neben dem Buggy erwartet und ein vor Energie strotzender Jagdterrier werden „von alleine“ kein Dream-Team werden. Ein pauschales „Ideal“ gibt es im wahren Leben eben nicht!

Manche Käufer jedoch zeichnet ein starker Glaube aus..., ohne Vor- und Nachsicht, und eine gesunde Skepsis vor unsinnigen Verkaufsargumenten endet bereits da, wo der optische Eindruck des Verkaufsphotos überzeugt… aus Unwissenheit oder purer Naivität, manchmal sogar wider besseren Wissens. Genauso gut könnte man einen Ferrari zum Kauf anbieten mit dem Hinweis, er verbrauche bei einer Spitzengeschwindigkeit von durchschnittlich 310 km/h wirklich nur 5 l pro 100 km. Nur bei Hunden scheint so mancher Käufer irgendwie auf den Kopf gefallen zu sein…

Auch der Tierschutz und einige seiner darin agierenden „Persönlichkeiten“ dürfen sich eine Scheibe abschneiden, denn nur allzu oft werden Vermutungen über die mögliche Rassezugehörigkeit - gerade von Hunden aus dem Ausland - nicht mit einem seriösen Fragezeichen versehen, sondern als „fait complit“ verkauft. Der niedliche „Boomer-Hund“ aus Spanien, unkompliziert und sooo nett, entpuppt sich dann schon mal als Gos d´Atura, einen katalanischen Hirtenhund mit – wen wunder´s – entsprechendem Hütetrieb und einem nicht zu unterschätzenden Schutztrieb. Ob der (noch) glückselige Boomer-Käufer das wohl erwartet…?

Die Vermittlungstexte für die „groß werdenden, beigen Mischlingswelpen mit schwarzer Maske“ informieren großzügig über den bemitleidenswerten Umstand ihres Auffindens im türkischen Hinterland; einen – wenigstens vagen – Hinweis darauf, dass es sich unter Umständen auch um einen Herdenschutzhund-Mischling (Kangal) handeln kann, sucht man als Interessent hingegen vergebens…

Die beste Vorbereitung beim Kauf eines Hundes bleibt somit das eigene Wissen – man erwirbt es, in dem man sich – ohne Zeitdruck – über einen ggf. längeren Zeitraum alle Informationsquellen erschließt. Hierzu gehören gute Rasse-Fachbücher, seriöse Züchter, rassespezifische Tierschutzinitiativen (für fast jede Rasse gibt es mittlerweile eine eigene „in Not“ -Vermittlungsplattform) und unabhängige Rasseforen, in denen Hundehalter sich über rassetypische Eigenschaften ihrer Hunde und deren Auswirkungen (positiv wie auch negativ) auf den Alltag austauschen. Gerade beim intensiven Lesen/Stöbern in diversen Rasseforen erschließt sich dem Leser sehr schnell, welche Probleme die Eigenschaften der Rasse X im tagtäglichen Alltag hervorrufen können oder welche Haltungs- und Beschäftigungsvoraussetzungen bei Herrn Müller und seinem Hektor hingegen für ein harmonisches, stressfreies Miteinander verantwortlich sind.

Schauen Sie sich die Vitae Ihrer Lieblingsrasse genau an: den Verwendungszweck, für den sie ursprünglich einmal gezüchtet wurden oder auch im Hinblick darauf, welche anderen „Rassen“ an ihrer Entstehung beteiligt waren. So wird z.B. der Dobermann, um nur ein Beispiel zu nennen (diese Rasse ist mit gut drei verschiedenen, privaten "in Not" - Vermittlungsinitiativen gesegnet - sicherlich alles andere als grundlos...) gerne als „treu, folgsam, von mittlerer Schärfe und Temperament mit wenig Jagdtrieb“ angepriesen. Schaut man sich allerdings die illustre Ahnengalerie des Dobermanns an, so findet man neben einer Art Schäferhund auch Pinscher- und Jagdhundarten, den Vorläufer des heutigen Rottweilers und… den Greyhound. Die konsequente Erziehung, Führung und Auslastung, der es bedarf, um dieses „multikulturelle Erbe“ aus Jagd- und ggf. Hütetrieb einerseits und Schutz- und Territorialtrieb andererseits zu lenken, steht außer Frage…

Augen auf beim Hundekauf! Keine leere Floskel, sondern bereits ein solider Baustein für das spätere, harmonische Miteinander ohne ungewollte "Überraschungen"...

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Nicht jeder Hund, der "gefällt", ist auch der richtige...