Hundehilfe
Eifel
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Mickey wurde von seinen überforderten Besitzern kurz vor dem Weihnachtsfest bei der Kleinen Arche Straelen abgegeben, zog wenige Tage später bei uns ein und stellte unseren gesamten Lebensrythmus erst einmal völlig auf den Kopf - "erziehungslos", nur Flausen im Kopf und von Milben geplagt... ein Lausbub, wie er im Buche stand!
20. Juni 2009
... und wieder einmal ein paar aktuelle Photogrüsse von Mickey...

nein, er hat keine Tollwut - nur sein Crazy Egg abgeschlabbert...!

Männerfreundschaft!

.... alles hört auf sein Kommando!

... tausche Stock gegen Wurst!

Denkmal... Original & Fälschung!

... die Wacht am Grill!
10. März 2008
Pfotenpost von Mickey, der nun ein gaaanz stattlicher Boxerherr geworden ist. Herrchen und Frauchen sind nach wie vor "vernarrt" in ihren "Knautschkopp" und schreiben...:
".... erst einmal möchte ich Ihnen sehr dafür danken, dass durch Ihre Hilfe eine vierbeinige Lebensbereicherung in unser Leben trat, die nicht mehr wegzudenken ist.
Janett M., Jochen G. und Thysem
P.S. Als Anlage erhalten Sie noch ein paar Bilder des kleinen "Knautschkopps"



30. Mai 2007
Guten Morgen Frau Wald,
dem Kleinen geht es sehr gut. Er ist ein ganz liebe Jung der, aber mit Sicherheit nicht ruhiger wird. Wir haben eher das Gefühl, dass er immer munterer wird, seit dem er kräftiger wird und an Muskel in der Breite zulegt.
Seit diesem Jahr läuft er jetzt auch am Pferd mit und rennt locker den 4-fachen Weg. Er saust den ganzen Weg nur vor und zurück, weil er ja noch etwas entdeckt hat, aber auf gar keinen Fall soll seinen Cartamo vorlaufen - ihm könnte ja was passieren. Er liebt sein Pferd und an den darf auch kein anderer Hund dran. Der wird dann dezent in Boxermanier zur Seite geschubst.
Naja, ich werde hier erstmal aufhören und in der nächsten Zeit mal einen ausführlichen Bericht für die Seite verfassen.
bis dahin liebe Grüße von
Thysem und Familie
08. Januar 2007
Hallo Frau Wald,
ich gebe zu - mein Versprechen, daß ich mich aus dem Urlaub melde, habe ich nicht eingehalten. Aber dafür gibt es gleich mehrere Gründe:
1. Ich habe immer noch so meine Probleme mit den 10-Krallen-System.
2. Mein Terminplan ist immer noch vollgestopft und die Sekretärin ist auch noch nicht genehmigt.
3. Oft bin ich einfach nur zu müde.
Aber zu Silvester muß Hund ja gute Vorsätze für das neue Jahr abliefern – da habe ich mich jetzt mal aufgerappelt, eine kleinen Bericht zu schreiben. Also der Reihe nach:
Den Sommerurlaub haben wir in Österreich verbracht. Als ich merkte, daß ganz viele Sachen in Koffer und Taschen verstaut wurden, habe ich mich dazu gesetzt. Die erste Fuhre konnten meine Leute noch ohne mich zum Auto runterbringen. Doch beim zweiten Mal fluppte ich in einen Anflug von Verlustangst elegant durch die Tür. Gewonnen – so durfte ich dann direkt mit runter. Habe mich gleich im Auto nützlich gemacht und auf die Sachen aufgepaßt.
Die Fahrt dauerte ziemlich lang, da leider noch ganz viele andere Autos unterwegs waren. Naja, war aber nicht so schlimm. Da die Rückbank – gesichert mit einem bequemen Hundegurtsystem – mir allein gehörte, habe es mir so richtig bequem gemacht und meine Leuten etwas vorgeschnarcht.
Für genügend Pinkelpausen wurde gesorgt – ich habe nach jeder interessant-aufregenden Runde genügend getankt, so daß die nächste Pause sichergestellt wurde. Bin ja nicht auf den Kopf gefallen (auch wenn man das bei meiner Schnauze manchmal denken könnte).
Unser Ferienhaus war ganz toll. Da haben doch echt schon zwei Schweineohren auf mich gewartet. Von der Terrasse hatte ich eine herrlichen Überblick. So war es ganz leicht zu erkennen, daß auch schöne Gassirunden gesichert waren - keine 100 Meter und wir waren im Wald.
Wir haben viele Wanderungen gemacht und ich war– wenn ich durfte, immer in dem mir bewilligten Rahmen vorneweg als Reiseleiter und Pfadfinder unterwegs. Natürlich habe ich auch drauf geachtet, daß die Reisegruppe (= meine beiden Leutchen) gut zusammenblieb. Frauchen mußte ich so manches Mal fragen, wo sie denn bleibt. Zu Ihrer Verteidigung muß ich jedoch sagen, daß es häufig daran lag, daß sie so viele Bilder von mir in der Botanik geknipst hat. So bin ich manchen Weg doppelt und dreifach gelaufen.

In meinem Urlaub gab es unheimlich viel zu entdecken und wegen guter Führung durfte ich meist auch ohne Leine laufen. Ich mußte über Felsen kraxeln, steile Stiegen und Holztreppen hoch- und runterklettern, über Bäche springen und an Wasserfällen vorbei über schmale Brücken tiefe Abgründe überqueren und, und, und ... Nur wenn ich gar zu mutig und neugierig war, wurde ich zurückgepfiffen (im wahrsten Sinne des Wortes).

Frauchen meint, daß ich jetzt im Besitz des kleinen und großen Wanderabzeichen sowie des kleinen Klettermaxels bin.
Wir haben auf den Almen ganz viele Tiere getroffen. Die Kühe waren mir anfangs doch unheimlich, aber man konnte sich dran gewöhnen. Einmal trafen wir auch auf freilaufende Pferde. Die waren vielleicht neugierig und folgten uns eine ganze Ecke des Weges.
Oft war ich am Ende unserer Ausflüge ganz schön müde. Aber ich bin ja immer für eine Überraschung gut. Nach unserer längsten Wanderung, die ohne ellenlange Pausen so ca. 8 Stunden gedauert hat und bei der wir insgesamt 1000 Meter auf schmalen Pfaden hochgeklettert und diesen Höhenunterschied auch über Stock und Stein wieder abgestiegen sind, fiel mir doch auf dem Rückweg ein, daß wir an diesem Tag eigentlich noch gar nicht so viel gespielt haben. Also zog ich alle Register und versuchte meine Leute zu animieren. Die zeigten aber ausnahmsweise wenig Interesse daran. Warum eigentlich??? Die Rückfahrt im Auto habe ich dann aber doch für ein Nickerchen genutzt – hat aber keine gesehen, da es inzwischen stockduster war. Nach dem Abendbrot habe ich die Wanderung nochmals im Traum gemacht.
Inzwischen versetzt mich auch die Stadt nicht mehr in Angst und Schrecken. So konnten wir uns auf den Weg nach Salzburg machen. Wau, waren da viele Menschen unterwegs. Zum Glück blieben meine Leute nicht so lange, so daß es für mich trotzdem ein schöner Ausflug war. Außerdem gab es im Rahmen der Gleichberechtigung vor und nach der Stadt so schöne Programmpunkte wie einen See- und einen Waldsparziergang für mich. Fand ich echt toll.
Zwischen all den Unternehmungen gab es auch genug Zeit, während der ich den Ausblick von unserer Terrasse genießen konnte. Schade nur, daß der Urlaub viel zu schnell vorbei war - ja und dann mußten meine Leute wieder neue Hundeleckerlis verdienen gehen.
Aber das ist auch nicht mehr das große Problem, wie es einmal war, für mich. Inzwischen „sitze“ ich meine Zeit ganz lieb allein ab. Ok, es wäre natürlich immer schöner, wenn nicht alle arbeiten müßten, aber ich bin mir jetzt wieder ganz sicher, daß sie wieder zurückkommen. Außerdem geben sie sich echt Mühe, mich vorher richtig müde zu kriegen.
Zusätzlich zu den Gassirunden sind wir fast jeden Tag im Garten. Ich renne dann immer ganz schnell und aufgeregt zum Gartenhäuschen. Da wartet nämlich mein Crazy-Eg auf mich. Ich kann es kaum erwarten, daß Frauchen den ersten Einwurf macht. Schnauze runter und ab geht die Post. Ganz geschickt spiele ich die Gegner (=lauter Bäume, die im Weg stehen) aus. An der Kopfballtechnik muß ich noch etwas arbeiten. Aber mit Hilfe der Spielfeldumrandung (=Zaun) gelingt mir immer öfter ein eleganter Kopfball, so daß das Ei nur so durch die Gegend fliegt. Eckball für Frauchen ist immer dann angesagt, wenn das Ei mal in der Ecke landet, wo die Brennesseln stehen. Dann belle ich ganz laut – daß bedeutet, daß Frauchen wieder mitspielen darf. Sie muß dann das Ei dort rausholen und den nächsten Einwurf machen. Zum Glück gibt es keinen Schiedsrichter, der einem bei einem groben Foul (z. B. wenn ich das Ei voll gegen die Gartenlaube wamse, was ordentlich poltert) die gelbe oder rote Karte zeigt. Zwischendurch vermischen ist das Spiel mit etliche Rugby-Einlagen. Meine Leute staunen, mit welcher Kraft ich mit nur einer Pfote das Ei festhalten kann. Dann wird halt ein wenig gerauft.
Ich habe aber auch noch anderes Spielzeug in meinem Garten verteilt – neben dem üblichen wie einem Ball wäre da auf jeden Fall meine Riesenfrisbeescheibe erwähnenswert. Eigentlich ist das der Deckel von einer Regentonne. Aber ich bin ja ein pfiffiges Kerlchen… Habe ganz schnell erkannt, daß ich damit wunderbar spielen kann. Nur beim Transport muß ich aufpassen – wegen der Stolpergefahr. Ich muß sagen, so ein ausrangierter Fahrradreifen ist auch ganz interessant. Mit dem kann man wunderbare Zerrspiele machen.
So ausgelastet ist das Alleinsein dann gar nicht mehr so schlimm, denn die meiste Zeit schnarche ich dann ganz friedlich vor mich hin. Bis auf die zwei Türrahmen und 2 Paar Hackenschuhen ganz am Anfang habe ich nichts mehr kaputt gemacht. Bin stolz wie Thysem!
Nachdem ich ausgiebig geschnarcht habe, bin ich zu neuen Schandtaten bereit. Erst geht es noch `ne Weile zum Pferd, wo es auch viel zu erleben und zu sehen gibt. Meistens ist danach noch eine Toberunde mit einigen Hundekumpels angesagt. Schnell noch was gegessen und ab auf meine Schlafwolke – schnarch, schnarch…
Inzwischen habe ich schon richtig Karriere gemacht – ich bin nämlich ein Fotomodell geworden. Klar, jeder Hundebesitzer lichtet seinen Hund mehr oder weiniger oft ab. Nein, das ist nicht das, was ich meine. Mich (besser mein Bild) kann man im Internet bei EBAY kaufen – ob als Mousepad, Kaffeetasse, Kalender oder Aufkleber – ich passe überall drauf. Das ganze kam so, daß Frauchen eine individuelle Fotomontage ersteigert hat. Die eingesandten Fotos von mir waren so gut, daß der Fotograf sie direkt weitergenutzt hat. Muß mal zusehen, daß da noch ein paar extra Schweineohren für mich bei herausspringen. Werde mal kräftig knurren…

So ich glaube, daß waren erstmal genug Neuigkeiten von mir. Muß ja schließlich noch was aufheben für den nächsten Bericht.
Also bis dann und alles Gute – vor allen natürlich für die Hunde, die noch ein neues Zuhause suchen und für all die, die Ihnen dabei helfen.
Gezeichnet Thysem
28. Juli 2006
Hallo Frau Wald,
habe doch zwischen
dem Entdecken von neuen Dingen und träumen,
Garten sichern (oder doch eher unsicher machen?)
Hilfe im Stall (z.B. Stroh durcheinander bringen und Pferd ärgern
Fressen und Schwimmen
Gassi gehen, schwimmen, spielen
eine Ohrenvernichtung
die Welt vom Balken oder vom Laubengang aus beobachten
Kuscheln (am liebsten auf dem Sofa - ha, ha... doch noch trotz anfänglichen Widerstand dauerhaft erfolgreich erobert! Bei anderen Sachen sind meine Leute aber leider hartnäckiger, leider, seufz...)
und so viele andere Sachen, die ein Hund noch so liebend gern macht,



26. März 2006
Hallo Frau Wald,
nachdem wir schon einen telefonischen Zwischenbericht gegeben haben, melde ich mich - Thysem der Ehemalige - nun schriftlich. Und damit Sie sehen, dass es mir gut geht und ich meinen Eroberungskurs erfolgreich fortgesetzt habe, sind natürlich einige Beweisfotos dabei.
Es war gar nicht so einfach, schon wieder umzuziehen, denn erneut stürmten so viele neue Dinge auf mich ein. Meine Leute meinen, dass die ersten Tage unserer WG ganz schön einer Achterbahnfahrt der Gefühle glichen - schließlich mussten wir alle erstmal die Gewohnheiten und Eigenharten der anderen kennen und einschätzen lernen.
Jetzt sind wir in ruhigerem Fahrwasser angelangt, viele Sachen haben sich eingespielt und am Rest wird weiter gearbeitet. Ich gewinne zunehmend mehr Vertrauen in meine Rudelmitglieder und mache immer öfter das, was Sie sagen. Und nun darf Frauchen die Dinge aus Ihrer Sicht erzählen:
In den ersten Tagen wollte Thysem morgens früh im Dunklen nur schnell seine kleinen und großen Geschäfte erledigen. Nachdem das erste Tageswerk getan war, drehte er sich um und wollte einfach wieder nach Hause. Aber Frauchen meinte unbedingt, weiter durch den Wald laufen zu müssen - also trottete er nach einigen Überredungskünsten brav mit. Das war vielleicht aufregend - die Bäume waren riesig und wir hatten den Eindruck, dass Thysem lauter Gespenster gesehen hat.
Auch kannte Thysem scheinbar sehr viele andere Sachen noch nicht. So ermunterte ihn einmal ein Müllmann, der gerade eine Tonne abstellte, mit den Worten: "Keine Angst Kleiner, ich beiße nicht!" Das ließ unser Kleiner aber nicht auf sich sitzen. Einige Zeit später, als wir wieder ein Mal ein Müllauto sahen, wurde das große, blinkende und beim rückwärts Fahren piepende Ungeheuer sehr genau untersucht und vor lauter Neugierde verfolgt. Auf die Frage, was er später werden möchte, hätte er in diesem Augenblick bestimmt ganz stolz geantwortet: "Müllmann!".
Inzwischen dreht er aber ganz normal seine Runden. Und alles Unbekannte wird nach einem kurzem Moment des Überlegens (mit schief gelegtem Kopf und einigen Denkfalten auf der Stirn) neugierig untersucht.
Wie bereits erzählt, gestaltet sich das Alleinsein für unseren kleinen Kerl immer noch schwierig. Es hatten sich doch Verlassenängste eingeschlichen, die wir jedoch gut nachvollziehen können und gegen die wir arbeiten. Aber der Reihe nach:
Selbstverständlich haben wir ihn nicht von heut auf morgen längere Zeit allein gelassen. Da aber irgendwann der Urlaub vorbei ist und wir wieder Hundelekkerlis verdienen müssen, wurde entsprechend geübt. Anfangs lief es auch sehr gut. Ziel war es dann, daß er ca. 2 ½ Stunden allein bleibt.
Nachdem in unserer Abwesenheit 2 Türrahmen unter Zuhilfenahme von Zähnen und Krallen zum Nachgeben gezwungen werden sollten, haben wir die moderne Technik zu Hilfe gezogen. Die Videokamera zeigte uns, daß Thysem ruhelos durch die Wohnung tigerte. Dabei hechelte er sehr stark und fiepte unentwegt. Es tat schon weh, ihn so zu sehen.
Er hatte einfach Angst, daß seine neuen Leute nicht wiederkommen und so mutierte er, sowie sich jemand der Ausgangstür nur näherte, zur Schlange. Oft war er schon ins Treppenhaus entwischt. Geschlossene Türen ertrug er ebenfalls nicht wirklich. Einmal ist er extra von seinem Schlafplatz aufgestanden, hat die angelehnte Tür geöffnet und sich dann beruhigt wieder hingelegt. Deshalb beschlossen wir, daß wir das Thema noch mal von vorn angehen. Denn Übung macht bekanntlich den Meister.
Also verließen wir den Raum, schlossen die Tür, um kurz darauf mit einem Lekkerli wieder aufzutauchen. Langsam wurde die Zeitdauer erhöht, dann wurde an der Tür mit dem Schlüssel geklappert. Zur Abwechslung zog ich meine Jacke an (natürlich eine, die schön raschelt aber auch nicht zu dick ist) und lief damit in der ganzen Wohnung herum. Ich setzte mich, kam endlich mal, wenn auch an den unterschiedlichsten Orten, zum lesen. Dann nach ein, zwei, drei… Seiten wieder umziehen oder wenigsten geräuschvoll die Sitzposition ändern. Naja, nach einer Weile änderte sich das aufmerksame Verfolgen meiner Aktionen immer mehr in Gelassenheit.
Nachdem zu Beginn der Übungen keiner von uns dreien unkontrolliert die Wohnung verlassen konnte, änderte sich das langsam. Hauptsache war jedoch noch immer, daß einer noch bei ihm war. Also ganz nach dem Motto, den letzten beißen die Hunde…
Zum Glück habe ich eine sehr nette Vorgesetzte und hundefreundliche Kolleginnen und Kollegen. Also lernte Thysem, was es bedeutet, Hundelekkerlis zu verdienen. Und siehe da, nach einer ausgiebigen Morgenrunde und einer interessanten Autofahrt von ca. einer halben Stunde, legte er sich brav auf seine Decke neben dem Schreibtisch. Alle beneideten ihn, denn er durfte das, was wir ebenfalls gern getan hätten - auf Arbeit schlafen. Wir mussten dann nur noch darauf achten, daß wir ihn nicht mit unserem Stuhl überfuhren.
Ganz nebenbei konnten wir jetzt noch mehr üben - ich ging zum Drucker, zum Faxgerät… Manchmal musste ich auch in anderen Abteilungen etwas erledigen, so daß es ein ständiges Gehen und Kommen ohne große Aufmerksamkeiten war. Ein kurzes Bleib bzw. Fein und bald hat er sogar so manches Mal verpennt, daß Frauchen weg war.
Leider wurde dann von höherer Stelle ein Veto eingelegt, so daß ich eine neue Lösung suchen musste. Also tausche ich jetzt immer die Schichten. Meine Leute auf Arbeit sind nicht böse darüber, übernehme ich doch die wenig geliebten Schichten bis 19.00 Uhr bzw. 20.00 Uhr. So sind wir morgens allein zu Haus und haben Zeit und Gelegenheit, das Alleinbleiben zu Üben. Bevor ich zur Arbeit muß, geht Thysem in den "Kindergarten" bei den Schwiegereltern. Kurze Übergabezeremonie und Frauchen verschwindet beruhigt auf Arbeit.
Inzwischen haben wir einige Fortschritte gemacht. Thysem hatte viele Gelegenheiten, sich zu versichern, daß wir auch tatsächlich immer wieder kommen. So kann jetzt auch der letzte inzwischen die Wohnung ohne viel Aufhebens und extra Sicherheitsmaßnahmen verlassen. Seit einigen Tagen bleibt er problemlos für ca. eine halbe Stunde allein (im Kofferraum vom Auto auch schon länger). Nun werden wir die Zeit systematisch steigern.
Obwohl wir schon Hundeerfahrung hatten, stellte uns der kleine Kerl vor einige Rätsel.
Auf der einen Seite ist er ein Schmusebär, der auch mit ca. 60 cm Rückenhöhe und ca. 29 kg meint, auf jeden Fall zur Kategorie der Schoßhunde zu gehören. Das hat sich nicht geändert, darf aber gern so bleiben, den Kuscheln macht uns allen Spaß.
Immer dann, wenn er nicht hundemüde sondern nur müde ist, tappert er so um einen herum. Das bedeutet, daß er gern in den Arm genommen werden möchte. Wenn wir ihm dann sozusagen Gute Nacht Geschichte erzählt haben, schläft er ganz lieb in unseren Armen ein. Haben wir noch viel zu tun, können wir ihn dann nach einigen Minuten friedlich und glücklich allein weiterschlafen lassen. Aber oft bleiben wir auch freiwillig länger sitzen, denn es sind unheimlich schöne Momente, die wir alle gleichermaßen genießen.
Auf der anderen Seite benahm er sich mit seinem überschäumenden Temperament wie Rambo. Oft genug rannte er uns anfangs öfter glatt über den Haufen. Sorry… Ja und mitunter zwickte er uns. Kauknochen und Menschenknochen = sind doch schließlich alles Knochen. Aber inzwischen kennt er auch diesen Unterschied und nimmt mehr Rücksicht, damit das schöne Spiel nicht von uns unterbrochen wird.
Die ersten Tage diente die Leine aus der Sicht von Thysem weniger dem Gassi gehen. Wenn sie einem so verführerisch vor der Schnauze rumbaumelte, stellte sie für ihn ein Spielzeug dar, mit dem man wunderbare Zerrspiele veranstalten konnte. Und da der Begriff "Aus" (war man erstmal so richtig am aufdrehen) ein Fremdwort schien, endete das Ganze in einem kleinen oder größeren Tumult. Manchmal überkommt es ihn ja noch, aber dann reicht oft schon ein "böser" Blick.
War beim Spielen der Kong zum Beispiel erst einmal im Besitz von unserem Halbstarken, konnte sich die Rückeroberung hinziehen. Prima, die wollen mit mir Fangen spielen oder doch nicht? Mit Erfahrung, Geduld, Konsequenz sowie der Unterstützung von Tauschangeboten in Form von Lekkerlis haben wir auch hier gute Fortschritte erzielt. Inzwischen benutzen wir den Kong, um die Übung "Komm", "Bring", "Nimm mit", "Aus" und "Such" zu vertiefen.
Zugegeben, es tauchte anfangs doch immer mal wieder die Frage auf, ob unsere Entscheidung richtig war und wir ein richtiges Team werden. In diesen Momenten hielten wir uns dann tröstend das Sprichwort "Ohne Fleiß, kein Preis!" vor Augen.
Außerdem erinnerten wir uns an die erste Zeit mit unserem Schäferhund-Husky-Mix Teddy. Als wir ihn damals vom Tierschutzverein übernahmen, fragte ich mich oft, wie lange mein Arm bei seinem Gezerre noch dran bleibt. Aber woher sollte Teddy auch das ordentlich an der Leine gehen auch kennen, war er doch gerade erst aus einem Tierheim auf Mallorca eingereist.
Genauso hätte ich anfangs auch nie damit gerechnet, dass er ohne Leine laufen kann. Er war so sehr an Spuren interessiert, daß er sich überwiegend wie ein Bodenstaubsauger fortbewegte - nur wesentlich schneller. Später konnten wir unseren Teddy dann selbst im Wald fast immer frei laufen lassen.
Mit Cartamo, dem Pferd, das auch noch zur Familie gehört, hat er ebenfalls schon Freundschaft geschlossen. Sein umwerfender Charme hat aber bei Cartamo noch keinen umwerfenden Erfolg gehabt (siehe Bild).
Er stand schon vor, hinter, neben und unter dem Pferd, das viel Geduld mit dem kleinen Quirl hat. Nur an dem AUF DEM PFERD müssen wir noch arbeiten. Deshalb erwirbt Thysem weiterhin fleißig Fachwissen.
Die Leine beim Pferd heißt also Führstrick. Sie hat zwar einen anderen Namen, aber doch die gleiche Funktion und ist für die Bodenarbeit wichtig. Hund nimmt einfach die Leine ins Maul und schon geht das Pferd mit einem mit - so ist jedenfalls im Idealfall. Doch grau ist alle Theorie… Also, wenn das Pferd gute Laune hat, kann Thysem die Theorie auch schon in die Praxis umsetzen. Wenn nicht, dann wird der Spieß umgedreht und er muß halt hinter dem Pferd herlaufen. So ist das halt, wenn einer stark an der Leine zieht. Manchmal steht es auch unentschieden - dann versucht jeder auf seine Weise, den anderen von seiner Meinung zu überzeugen. Aber irgendwann können wir ihn bestimmt für das Kleine Hufeisen anmelden..
Thysem hat inzwischen schon einige neue Spitznamen bekommen. Einer davon ist Columbo - jawohl, wie der aus dem Krimi. Obwohl wir ihm schon oft erklärt haben, dass das Sofa uns gehört, kommt Thysem immer wieder an: "Ich hab da noch `ne Frage… Darf ich nicht doch drauf?".
Im Moment verzichten wir auf eine Sondergenehmigung, um ein geregeltes Lernen zu ermöglichen. Aber später, wenn klar ist mit Erlaubnis ok und ohne aber tabu, wird dieser Punkt bestimmt nochmals neu verhandelt… Schließlich - wir geben es zu - ist es sehr schön, mit der Knutschkugel auf dem Sofa zu kuscheln.
So und nun das Schlusswort von Thysem:
Wie Sie sehen, habe ich mich inzwischen sehr gut eingewöhnt. Ich habe auch schon ganz gut rausgefunden, wie ich meine Leute um den Finger wickeln kann, ohne dass sie mir böse sein können. Ich werfe halt meinen ganzen Charme in die Waagschale (und davon habe ich boxergemäß sehr viel) und schaue mal weiter.
Mein Terminkalender ist gut gefüllt mit Spaziergängen, Lernen und viel Spaß beim Spiel (z. B. mit tollen Kumpeln auf dem Hundespielplatz). Dementsprechend bin ich bei soviel Action oft ziemlich müde. Dann ziehe ich mich auf meine Wolke (manchmal auch Rettungsinsel genannt) zurück. Da sind ganz viele Styroporkügelchen drin, so dass ich richtig gut kuscheln kann. Da liege ich und träume glücklich entspannt und mitunter schnarchend so vor mich hin.
Die Abendrunde (so zwischen 22.00 und 23.00 Uhr) möchte ich am liebsten ausfallen lassen. Eigentlich haben ich nach soviel Action oft keine Lust mehr, nochmals draußen rum zu tapsen. Aber ich laß mich dann doch überreden - was tut man nicht alles um des lieben Friedens Willen.
Also bis demnächst!
Viele liebe Grüße von
Thysem & Co
PS.
Sorry, es hat doch etwas
länger gedauert als geplant, bis dieser Bericht verfasst war.
Dafür können wir jedoch noch einen supertollen Nachtrag liefern:
Thysem hat es problemlos geschafft, für 1 ½ Stunden allein zu
bleiben. Die Videokamera zeigte uns den Lohn unserer Arbeit.
Bereits nach knapp 2 Minuten kurzen Maules, legte sich unser
kleiner Held ruhig hinter der Eingangstür auf den Teppich. Nach
weiteren 20 Minuten Nickerchens folgte der direkte Umzug auf
seine Wolke im Wohnzimmer. Danach zeigt das Video nur noch ab
und zu vier Pfoten, die sich entspannt der Zimmerdecke
entgegenstreckten.
08. Januar 2006
Liebe Grüße von Mikey Thysem. Er ist nach einer aufregend lustigen Fahrt gut angekommen. Der erste Tag war sehr aufregend und spannend, so dass er, wie auf dem Foto zu sehen, ist tief und fest schläft.
Dem großem Hund, der so komisch riecht (Pferd), hat er auch schon guten Tag gesagt. Die Scheu war am Anfang doch recht groß, doch nach einer gemeinsamen Runde ums Feld, war sie wie weggeblasen. Alles eine Frage der Übung.
Wir sind glücklich und Mikey Thysem geht es prima. Weitere Beweisfotos folgen.
Freundliche Grüße
Janett, Angela, Bernd und Mikey Thysem
22. Dezember 2005

THYSEM (sollte dies eine Anspielung auf "Boxer-Tyson" sein...??) kann man wohl getrost als den Pechvogel zum Jahresende 2005 bezeichnen.
Von Welpenpfoten an lebte er mit vollem Familienanschluss, wurde gut und liebevoll erzogen und entwickelte sich schnell zu einem absoluten Traumhund.
Dann änderten sich die beruflichen Voraussetzungen seiner Familie; er musste fortan 10 - 12 Stunden täglich alleine bleiben. Der Entschluss, ihn abzugeben, wurde schweren Herzens gefasst und Thysem kurz vor Weihnachten in die Obhut der Kleinen Arche gegeben mit dem Versprechen, für diesen Traumhund auch ein Traumzuhause zu finden.
Und ein solches darf er nun sein Eigen nennen - bei Familie M. aus dem Kreis Mettmann. Erst vor kurzem ging ihr Teddy, ein Husky-Schäferhund-Mischling, über den Regenbogen - der Abschied kündigte sich in Form von Krebs an und kam dann doch viel zu schnell...
Beim Anblick von "Mickey" im Internet schmolzen ihre Herzen gleich ein klein wenig dahin und beim persönlichen Schnuppertermin eroberte Mickey im boxerüblichen Temperament gleich im Sturmtempo den Rest. Für ausreichende Sozialkontakte ist gesorgt - im Reitstall von Tochter Jeanett wartet schon ein Andalusier-Ross, dass Mickey bald auf den Ausritten begleiten darf sowie ein ebenfalls 7 Monate alter Boxerkumpel und eine junge Dobermann-Dame von Jeanett´s Reiterkollegen.
Nach der erfolgreichen Vorkontrolle "musste" Mickey dann seinen Eifelurlaub abbrechen, auf dem er uns begleitete - dort erlebte er den ersten Schnee seines Lebens, trug stolz seinen ersten Wintermantel. Wir haben natürlich Unmengen von Photos geschossen und ein "familieninternes" Preisausschreiben gestartet und die besten "Après Ski" - Photos prämiert... and the winner is: MICKEY!
Mickey auf dem Catwalk mit Winterjacke, beim anschliessenden "Kamin-TV" und natürlich beim Ausspannen nach den Spaziergängen... ein junges Boxerleben kann ja soooo anstrengend sein!