Hundehilfe
Eifel
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Ursprünglich erblickte
Amiro einmal das Licht der Welt in Freiheit, genauer gesagt, auf den
Straßen von Mallorca, auf denen seine Mutter schon seit mehr als 2
Jahren lebte und auf sich alleine gestellt war. Eine sehr
ängstliche, scheue Hündin und auch ihre Welpen, darunter Amiro, sind
zunächst als „Straßenkinder“ aufgewachsen und haben zweifelsohne
tagtäglich eine gehörige Portion „Überlebensscheue“ aufgesogen…
Solche Hunde zu
vermitteln, ist nicht immer ganz einfach. Sie sind scheu ,ggf. schon
als angeborenes „Wesensmerkmal“, selten vertraut mit alltäglichen
Reizen und reagieren bei dem kleinsten Anlass mit Rückzug oder
Flucht; sie vertrauen kaum und schließen sich – von sich aus - dem
Menschen schlecht oder nur bedingt an. Mit diesem „Erbe“ hoffen sie
nun in Deutschland auf ein erfahrenes Zuhause; auf Menschen, die
nicht nur tierlieb sind und Mitleid zeigen, sondern die insbesondere
WISSEN, wie man eine Vertrauensbasis zu Hunden aufbaut, die
eigentlich nicht auf der Suche nach dem „Partner Mensch“ sind,
sondern nur auf eines vertrauen: ihren angeborenen Fluchtinstinkt
bei (vermeintlicher) Gefahr…
Amiro fällt
grundsätzlich auch in diese Kategorie „Hund“, jedoch zeigt er sich
durchaus sehr kooperativ, wenn man als Mensch die richtige „Sprache“
zu ihm findet. In einem Umfeld, in dem er sich sicher fühlt - sei
es, weil er sich diese Sicherheit autark, also selber, erarbeitet
hat (was letztendlich nur in Situationen Bestand hat, die mangels
Umweltreize sowieso keine Gefahr oder Bedrängnis in seinen Augen
darstellen), oder aufgrund der Hilfestellung und Unterstützung durch
den Halter (was den besonderen Anspruch an das Wissen und die
Erfahrung des Halters herausstreicht), zeigt sich Amiro als sehr
aufmerksamer, intelligenter und höchst lernwilliger Musterschüler.
Amiro lebt z.Zt. in
einer Familie mit einem weiteren Hund und einer Katze und sucht
aufgrund veränderter Lebensumstände, die ein gezieltes Training
hinsichtlich seiner Unsicherheit/Ängste zeitlich nicht mehr
zulassen, ein neues Zuhause.
Bezogen auf die
Alltagssituationen, mit denen jeder Hund früher oder später
konfrontiert wird, gibt es bei Amiro – aufgrund seiner Unsicherheit
- noch recht viel Nachholbedarf:
Das Alleine bleiben
steckt noch ganz in den Kinderschuhen und es ist davon auszugehen,
dass die neuen Besitzer diese „Übung“ ganz von vorne beginnen werden
und daher auch entsprechende Übungszeiten und –abstände
einkalkulieren müssen. Die Orientierung an einem ggf. bereits
vorhandenen Hund ist kein Garant dafür, dass Amiro problemlos
alleine bleibt – dies ist auch bisher nicht der Fall gewesen.
Eine Leinenführigkeit
ist nicht vorhanden. Es überwiegt die Unsicherheit vor den
„normalen“ Reizen (Passanten, fremde Hunde, Autos, Straßenverkehr,
Geräusche etc.) und wird durch ein „Stress-Ziehen“ an der Leine
kompensiert. Ohne Hilfe des Halters kommt Amiro nicht zur Ruhe und
„hetzt“ von einem Schritt zum anderen…
Er lebt problemlos mit
einer SEHR hundeerfahrenen Katze zusammen, was noch KEINE
Rückschlüsse auf eine generelle Katzenverträglichkeit zulässt. Ein
Hetz- und Jagdtrieb gegenüber Kleintieren konnte bisher nicht
beobachtet werden, was jedoch auch ein Ausdruck von „Mangel an
Möglichkeiten“ sein kann bzw. ggf. derzeit noch durch die
(übermächtige) Unsicherheit im Außenbereich überlagert wird.
Auch das Potenzial zu
klettern, was so mancher Podenco ganz wunderbar vermag, zeigt Amiro
gelegentlich und hat sich leider auch angewöhnt, Türen zu öffnen.
Mit fremden Artgenossen,
wenn sie nicht zu stürmisch und distanzlos sind, versteht Amiro sich
bisher problemlos; neigt aufgrund seiner generellen Unsicherheit
beim Erstkontakt eher zu defensivem Verhalten (abwarten, ggf.
Rückzug bzw. sich durch Flucht entziehen…). Auch hier sollte ein
erfahrener Hundehalter im Bedarfsfall „Hilfe“ anbieten (können) und
nicht mit Sprüchen á la „das machen sie schon unter sich aus…“ Amiro
mit der Alleinverantwortung überfordern.
Amiro kennt das Fahren
mit dem Auto, es kostet ihn aber nach wie vor Überwindung – auch
hier eine weitere kleine „Baustelle“, an der im neuen Zuhause
geduldig, aber konsequent gearbeitet werden sollte, damit Amiro
zukünftig ohne Stress Auto fahren wird.
Im derzeitigen
Gesamturteil ist Amiro in vielen Alltagssituationen noch sehr
unsicher, kann diese nicht richtig einschätzen bzw. ist mit ihnen
zunächst sehr überfordert und neigt daher sehr stark zur Flucht.
Dies zeigt sich bereits in „regulären“ Standard-Situationen (also
auf den Spaziergängen, auf denen es eine Flut von Umweltreizen gibt;
vom normalen Passanten, der sich nähert bis hin zum Auto, das
vorbeifährt oder ein Fahrradfahrer, der klingelt…) aber auch in
einem vertrauten Umfeld (Wohnung), wenn hier fremde/neue Reize
auftreten (fremder Besuch; auffällige Körperbewegungen/Motorik
etc.), die von der bisherigen „Norm“ abweichen.
Amiro sucht ein Zuhause
bei Menschen, die erfahren sind im Umgang mit sehr unsicheren
Hunden. Die Geduld mitbringen, aber die Intensität eines
(notwendigen) Trainings nicht der (Endlos)Geduld opfern, denn jeder
Tag, den Amiro so „angstvoll“ durchleben muss, ist ein schlechter
Tag für ihn. Amiro ist durchaus menschenbezogen, es mangelt jedoch
an einer zuverlässigen Bindung und damit Vertrauen zu Menschen im
allgemeinen – dies ist etwas, was sich der neue Halter konsequent
erarbeiten muss, damit Amiro sich im Bedarfsfall (wenn er mit einer
Situation überfordert ist) der Führung seines Halters anvertrauen
kann.
Amiro ist rassetypisch –
grundsätzlich - ein sehr agiler, lebhafter Hund, der eine
entsprechende körperliche wie auch geistige Auslastung benötigt.
Interessenten sollten demzufolge auch schon konkrete Vorstellungen
und Erfahrungen mitbringen (z.B. Nasen- oder Dummyarbeit), wie sie
Amiro zukünftig gerecht werden.
Amiro ist im März 2009
geboren und derzeit 58 cm hoch und 20 kg schwer. Er wird geimpft und
gechipt mit Schutzvertrag und gegen eine tierschutzübliche
Schutzgebühr vermittelt.
Bei ernsthaftem Interesse an Amiro setzen Sie sich bitte direkt mit dem Tierschutzverein "Herztier e.V." in Verbindung: Anja Schrader, Telefon: 03304-522516, Handy: 0179-2975185, E-Mail: jule@herztier.com
Text: Hundehilfe Krefeld/ Photos: T.T-K.





