Hundehilfe Eifel

Beratung - Vermittlung - Pflegestellen

Privater Tierschutz & Hundeschule

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Vor der Adoption...

Am Anfang hängt der Himmel voller Geigen... das gilt nicht nur für frisch vermählte Paare, sondern auch für frischverliebte Hundebesitzer.

Die Realität, mitunter eine ausgeprägte Ernüchterung, folgt nach einer Weile... und als Folge der falschen "Partnerwahl", überzogenen einseitigen Erwartungen und mangelnder Kompromissbereitschaft beantragt der enttäuschte, überforderte Hundehalter die Scheidung - vom Partner Hund.

Unmengen von potenziellen Abgabegründen... viele davon bereits im Vorfeld vor der endgültigen Adoptionsentscheidung absehbar:

eine viel zu kleine Wohnung im 4. Stock für den viel zu groß(werdenden) Welpen; ein Überraschungsfaktor, der eigentlich keiner ist...

ein quirliger, nahezu hyperagiler Jack-Russel-Terrier, der die nette Familie mit 5 Kleinkindern komplettieren soll...

ein bildschöner, aber traumatisierter 2-jähriger Hund, in den sich ein 12-jähriges Mädchen verliebt hat...

eine ältere, sehr nette Dame, die unbedingt einen Border Collie haben möchte, weil die Rasse sie optisch so sehr anspricht...

der Wunsch nach einem 2. Hund und "Kumpel" für die bereits vorhandene Hündin, damit sie endlich wieder richtig toben kann...

Dazu gesellt sich dann noch ein ganzer Sack prall gefüllt mit wünschenswerten Adjektiven bzw. "Eigenschaften":

Stubenrein und kinderlieb soll er sein, Katzen mögen, alleine bleiben können, sich mit anderen Hunden vertragen, nachts durchschlafen und tagsüber nicht zu aktiv, angenehmes Sozialverhalten, wachsam aber nicht zu bellfreudig, Spaßvogel, aber bitte kein Jäger...

Alles Wünsche seitens des Halters, die ein Hund - grundsätzlich - auch erfüllen kann - wenn er es entsprechend (er)lernen durfte. Der Schlüssel zum Erfolg? Realismus, Pragmatismus, Hundeverstand, Geduld und... Konsequenz! Das, was man als zukünftiger Hundebesitzer VOR der Adoption am meisten benötigt, ist... Realismus! Nicht jeder Hund, der sooo süß ist und gefällt, ist auch der "passende" - jetzt und für immer!

Eine pauschale Beurteilung, ob Hund X zu Halter Y passt oder nicht, gibt es nicht... deshalb ist der Auswahlprozess bei der Vermittlung auch alles andere als einfach. Mehrere Telefonate, ein persönlicher "Schnuppertermin", ein weiteres Gespräch, in dem die Eindrücke aus dem Schnuppertermin "verarbeitet" werden - dies alles sind Hilfen bei der Suche nach den geeigneten Menschen, den zuverlässigen, kundigen, vernünftigen Haltern, die IHN suchen - den Hund für´s Leben.

Hinterfragen Sie als Interessent genau, aufgrund welcher eigenen Erfahrungen mit dem zu vermittelnden Hund der Verein/der Vermittler/die Pflegestelle/der private Verkäufer zu seiner "Wesenseinschätzung" gelangt ist, auf die Sie sich so gerne verlassen möchten. Bedenken Sie, dass es - wie in allen Bereichen des alltäglichen Lebens - auch im Tierschutz, in Züchterkreisen und auf dem privaten Hundemarkt "schwarze Schafe" gibt... unseriöse Anbieter, die mit verkaufsfördernden Argumenten und gefälligen Schlagwörtern die Ware Hund anpreisen, mit nur einem Ziel: ihn möglichst schnell und gewinnbringend zu versilbern. Eine Vermittlung ohne Schnuppertermin, Vorkontrolle und Schutzvertrag ist wie ein Hauskauf ohne notarielle Beurkundung...

Überlegen und überschlafen Sie Ihre Eindrücke aus dem Schnuppertermin - nichts ist schwieriger, als unter dem frischen Eindruck von Emotionen, den eigenen, denen der begleitenden Familie, der Kinder - eine vernünftige und damit realitätsbezogene Entscheidung zu treffen. Die richtige Entscheidung... die beiden Lebenspartnern - Mensch und Hund - gerecht wird. Lebenslang!

 

... und danach?

Nun ist er also da, hält Einzug in die neue Familie… der auserwählte Hund. Der Augenblick, in dem die Verantwortung eines jeden Hundehalters beginnt – unwiderruflich.

Manchmal entwickelt sich das Zusammenleben mit dem neuen Familienmitglied so, wie man es sich immer erträumt hat; mal mit mehr – mal mit weniger eigenem Einsatz und Engagement. Manche Hunde sind wahre Selbstläufer – ihre „Bringschuld“ ist umwerfend und schmeichelhaft, denn sie erziehen sich im wahrsten Sinne des Wortes von ganz alleine – im Sinne ihrer Halter erfüllen sie alle auferlegten Erwartungen. Dies ist – ausnahmsweise – einmal ganz ohne Ironie zu verstehen, denn es gibt sie wirklich… die völlig unkomplizierten Hunde, die auf Anhieb und den Rest ihres Lebens die Katze mögen, den vorhandenen Hund akzeptieren, die sich alles von jedem gefallen lassen und einfach „nur lieb“ sind; sie jagen nicht – weder Wild noch Jogger und hören auf´s 1. Wort. Für ihre Halter sind sie ein wahrer Glücksgriff – es sei ihnen gegönnt, zumindest dann, wenn sie verstehen, dass hierbei eines ganz besonders im Vordergrund steht: das „Glück“.

Und eben dieses kann besagten Hundehalter bei der Wahl des nächsten 4-Beiners auch verlassen, denn mit dem Glück ist das so eine Sache… man kann es nicht erzwingen, nicht erarbeiten, nicht voraussetzen, nicht erbitten – es ist uns hold; oder nicht. Sich also auf sein Glück zu verlassen bei der Erziehung eines Hundes, weil man sich zuvor schon einmal ausgiebig darin sonnen durfte, ist gefährlich, denn der nächste Hund ist vielleicht einer, der nach allen Regeln der Hundekunst erzogen werden möchte und muss. Spätestens jetzt weiß der „erfahrene“ Hundehalter,  dass er zu wenig weiß… gut, wenn er dies erkennt und handelt; schlecht, wenn er die Vergangenheit bemüht und immer nur darauf verweist, dass „… Bello Nr. 1 dies aber niiiie getan hat. Nie!“

"Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.", meinte Konfuzius… und dies gilt zweifelsohne auch für Hundehalter; Erstbesitzer wie Mehrhundehalter. Verlässt man sich nur darauf, was bisher war, reicht dies mitunter nicht, um mit neuen Herausforderungen Schritt zu halten. Diese neuen Herausforderungen konfrontieren uns unbarmherzig und schnell – im Sturmschritt auf 4 Pfoten… und erstaunlicherweise, auf der Suche nach Hilfe, gilt in der Regel der erste Hinweis aus dem Munde des (verzweifelten oder wütenden, je nach dem…) Halters seiner „… jahrelangen Hundeerfahrung“. Als würde man eine fest umrissene Aufgabe mit bekanntem Anfang und Ende beschreiben wie „… ich beherrsche das kleine 1 x 1“ oder „.. ich kann das Alphabet aufsagen“. 

Ein gut funktionierendes Miteinander ist ein dynamischer Prozess – die darin formulierten Anforderungen variieren a) je nach „Typ“ Hund und b) je nach „Typ“ Mensch und insbesondere c) der daraus resultierenden Mensch-Hund-Kombination. Was für die eine Mensch-Hund-Kombination wunderbar passt, ist für eine andere einfach nur eine Katastrophe. 

Letztere ist dennoch kein Weltuntergang, denn schließlich ist noch kein (Hunde)Meister vom Himmel gefallen. Wichtig ist aber zu erkennen, dass es zunächst einmal einen handfesten Grund gibt, etwas in der Beziehung zu verändern und das diese Veränderung vom Menschen ausgehen muss. Ist dieser Schritt getan, schließt sich gleich der nächste an… und der hat es wirklich in sich! Zuhören, reflektieren, Kritik
(griech.: die Kunst der Beurteilung, der Infragestellung... um der wahren Bedeutung dieses Wortes einmal die Ehre zu geben!) zulassen und auch annehmen – dies ist die schwierigste aller Aufgaben für den „erfahrenen“ Hundebesitzer. Das eigene Fehlverhalten als Ursache der Probleme bei sich zu suchen und nicht bei seinem Hund – für viele inakzeptabel, ein „Gesichtsverlust“, unmöglich, schon sich selbst einzugestehen, dass man nicht alles weiß, alles kann. Und dass DIESER Hund ihm gerade den Spiegel vor die Nase hält…

Irren ist menschlich… und natürlich kann „es“ passieren: dass man sich für den falschen Hund/Rasse entscheidet und feststellt, dass man ihm als Halter nicht gerecht werden kann. Aber den Zustand des „Gerecht werdens“ kann man erlernen – wenn man bereit ist, die Laterne nicht weiter im Rücken zu tragen, sondern vor sich… und die Augen nicht verschließt vor neuen Erfahrungen und Erkenntnissen im Umgang mit dem Partner Hund. Gerade wenn man meint, man weiß schon alles...

„Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: erstens durch nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch nachahmen, das ist der leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.“  Konfuzius, chinesischer Philosoph

 

"Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben."

 

„Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: erstens durch nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch nachahmen, das ist der leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.“

 

Konfuzius, chinesischer Philosoph